Modellbahnen, die übers Wasser fahren

Eisenbahnfreunde Neuthard verwandelten die Altenbürghalle in einen Erlebnispark

BNN: Von unserem Mitarbeiter Kurt Klumpp
Karlsdorf-Neuthard. Die Eisenbahnfreunde 99 Karlsdorf-Neuthard haben am Wochenende gleich hundertfach für glänzende Augen bei Kindern und vielen Erwachsenen gesorgt. Die 60 Mitglieder des 1999 gegründeten Vereins verwandelten die Altenbürghalle in einen riesigen, über tausend Quadratmeter großen Erlebnispark. Auf ihre Kosten kamen die teilweise von weit her angereisten Freunde der Modelleisenbahnen, die sich über detailgenaue Nachbauten ganzer Landschaften ebenso freuen durften, wie über die in allen gängigen Spurbreiten fahrende Züge.
Grund war die dort alle zwei Jahre durchgeführte internationale Ausstellung mit einer angeschlossenen Börse. Wer wollte konnte sein liebgewordenes Spielzeug auch reparieren lassen, oder die eigene Modelleisenbahn durch Zukauf ergänzen. Verständlicherweise wurden auch viele Fachgespräche geführt.

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Tüftler Alfred Eck-Wagner, Bernd Wiederkehr und Volker Meyritz bauten das größte, transportable Echtwasser-Modellbahnmodul in Deutschland. (Foto: bnn klu)

Für ein bundesweites Novum sorgte der Verein aus Karlsdorf-Neuthard mit der erstmaligen Präsentation eines Echtwasser-Modellbahnmoduls. Die Vereinsmitglieder Volker Meyritz, Alfred Eck-Wagner und Bernd Wiederkehr tüftelten, experimentierten und bauten seit über einem Jahr an diesem einzigartigen Modell. In einem mit 180 Liter Wasser gefüllten Becken schwimmen kleine, durch Fischertechnik angetriebene Schiffe, während über die zwei Meter lange aus Messing gebaute Brücke die Züge fahren. „Das ist die einzige transportable und mit Wasser gefüllte Anlage in Deutschland“, bestätigte der Karlsdorf-Neutharder Vereinsvorsitzende Tibor Kopka.
Auch die aktive Vereinsjugend, die von Jürgen Hörner betreut wird, beteiligt sich an der Ausstellung. Sie bauten maßstabsgetreu den Absturz eines Flugzeuges neben den Geleisen nach. Mit rauchendem Motor sowie blinkenden Feuerwehr- und Rettungsfahrzeugen. Für den 48-jährigen Kopka ist die Nachwuchsarbeit ein wichtiger Bestandteil der Vereinsarbeit. „Durch den Bau derart komplexer Anlagen erhalten die Jugendlichen viel Rüstzeug für einen späteren technisch orientierten Beruf“, sagte der Vereinschef. Die meisten Modelleisenbahnen sind heute computergesteuert und erfordern ein hohes Maß an fachspezifischem Wissen.
Besonders dankbar ist Kopka der Firma Tankbau Adam in Karlsdorf, die eine Halle als Vereinsraum zu Verfügung stellt. „Dort haben wir ideale Möglichkeiten unsere großflächigen Anlagen aufzubauen“, erwähnte der Vereinsvorsitzende.
Zu einem besonderen Blickfang wurde ein mit viel Liebe zum Detail nachgebautes elsässisches Bergdorf mit Fachwerkhäusern und vielen Zügen, die durch Tunnels und über Brücken fuhren. Der Modelleisenbahn-Club Bruchsal entführte die Besucher in eine herrliche Winterlandschaft.
Noch nicht fertig, aber schon deutlich erkennbar war der Nachbau des Sinsheimer Automuseums mit seinen großen Hallen und steil in die Lüfte ragenden Flugzeugen.
Da wächst schon die Vorfreude auf die nächste Ausstellung im Herbst 2013.