Digitalsysteme

Eisenbahnfreunde 99 e.V. Grundlagen DigitalsystemeDigitalsysteme +Digitalprotokolle

so lautete das Thema des Workshops bei den Eisenbahnfreunden 99 Karlsdorf-Neuthardt am 31.03.2012.
Nach einer kurzen Einführung über die Gründe der Digitalisierung referierte der Moderator Ernst Seider über die Historie. Im Jahre 1984 führte die Fa. Märklin anlässlich ihrer 125Jahr-Feier das sog. Motorola-Protokoll (MM) ein. Damit liessen sich 80 Loks (heute 256) mit 14 Fahrstufen (heute bis 28) steuern. Kleine Elektronikfirmen wie z.B. Lenz, Uhlenbrock übernahmen die Technik und verbesserten sie teilweise. Danach gab es Systeme, die heute schon wieder vom Markt verschwunden sind, wie Fleischmanns FMZ. Das von TRIX entwickelte Selektrix, das erste System, das auch Rückmeldung beinhaltete, hält sich bis heute hartnäckig am Markt. Da das Motorolaprotokoll nicht weiter entwickelbar war, lies Märklin für sich ein neues Protokoll entwickeln: MFX.
Zwei Protokolle beherrschen heutzutage den Markt:

  • MFX: das Protokoll von Märklin mit 16000+ Adressen, Rückmeldung
  • DCC: das Protokoll der "nicht Märklin" Welt mit 9999+ Lokadressen sowie 1024 Weichenadressen mit Railcom zusätzlich Rückmeldung, mit Railcom Plus zusätzlich autom. Anmeldung

Neuere Decoder und Zentralen beherrschen mehrere Sprachen, d.h. ein gleichzeitiger Betrieb mit verschiedenen Protokollen ist möglich. Man spricht von Multiprotokolldecodern und Multiprotokollzentralen.

Im 2. Teil des Workshops ging es um die Digitalzentralen.
Angefangen hatte alles durch Märklin, die im Jahre 1984 ihre Control Unit (6021) auf den Markt brachten.
Weitere Zentralen aus der Anfangszeit waren Lenz LZ100, Fleischmann FMZ, Roco Lokmaus 2/3, Daisy.....
Diese hatten alle den Nachteil, dass sie nur 1 Protokoll beherrschten oder keine Weichen steuern konnten.

Dies änderte sich alles mit Uhlenbrock`s Intellibox, die für ihre Zeit revolutionär war. Sie beherrschte damals alle Protokolle, konnte Weichen steuern und programmieren. Sie war lange Zeit und ist auch heute noch für viele Privatleute und Vereine die geeignete Steuerung. Leider kann sie kein MFX. Weitere aktuelle Zentralen gibt es von Tams und Zimo. Steuerungen aus dem englisch sprachischen Raum spielen bei uns eine untergeordnete Rolle.
Märklin liess bei der Fa. ESU eine neue Zentrale entwickeln, die CS1. Diese konnte MM+MFX senden, Märklins neues Digitalprotokoll, mit dem sie sich vom Markt abschotten wollten. Kurz darauf brachte nun ESU ihrerseits die fast baugleiche ECoS1 heraus, die zusätzlich DCC+SX sprach. Eine weitere Neuentwicklung war Viessmann`s Commander.
Inzwischen hat Märklin die CS2 entwickeln lassen, diesmal nicht von ESU. Die Ulmer haben mit der Farbversion ihrer ECoS, der ECoS2 gekontert. Diese beiden neuen Zentralen können MM,MFX und DCC. Die ECoS auch noch SX.
Eine weitere Neuentwicklung ist die Z21 Von Roco/Fleischmann,die seit Sommer 2012 auf dem Markt ist.


 

Ernst Seider